Wie kooperatives Projektmanagement die Digitalisierung beschleunigt
Wie kooperatives Projektmanagement die Digitalisierung beschleunigt
Entscheidend für den Erfolg der Digitalisierung mit offener Software ist die Kompetenz zu Kooperieren auf Seiten der Agentur und des Kunden. Der Effekt von kooperativem Projektmanagement ist entscheidend für die Vertrauensbildung und den Erfolg beim Einsatz von Open Source und Available Source Software.
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Jean-Pierre KönigGeschäftsführer, YMC

Lesezeit: ca. 6 Minuten

vor 3 Jahren

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Kooperations-Kompetenz nutzen

Hinter der Idee des Brückenbauers in IT-Projekten steht die Fähigkeit, kooperatives Verhalten entstehen zu lassen. Dieses ist wesentlich für den Erfolg eines Projekts, denn wie die schon vorgestellte Studie feststellt, ist es zwar wichtig, Aufgaben, Ziele und Ergebnisse zu definieren - doch wenn diese nicht von allen Beteiligten als solche wahrgenommen und anerkannt werden, funktioniert der für den Erfolg nötige Wissensaustausch nicht.

Der Erfolg eines Projekts hängt also nicht nur von der technischen Kompetenz eines IT-Dienstleisters ab, sondern auch von seiner Kooperations-Kompetenz. Genau deshalb beginnt bei uns das erste Gespräch mit einem potentiellen Kunden auch wie oben geschildert mit der Fragen nach dem Warum.

Mit dieser Frage betätigen wir uns als Brückenbauer, indem wir uns zunächst für die Geschäftsziele interessieren und unsere Kooperation auch auf dieser Ebene anbieten. Zugegeben, diese Frage klingt für Kunden, die uns am liebsten nur für die Umsetzung der von ihnen vorgegebenen Technologie engagieren wollen, arrogant. Allerdings können wir damit auch den Willen und die Fähigkeit zur Kooperation beim potentiellen Kunden abschätzen.

Dies ist wichtig, um das Projektmanagement und die -umsetzung auf die Bedürfnisse des Kunden auszurichten. Schliesslich sucht ein Unternehmen dann eine Agentur, wenn es im Unternehmen an Zeit, Know-How oder Ressourcen für die Umsetzung einer Software-Lösung fehlt. Manche potentiellen Kunden haben ehrlich gesagt nichts davon, haben aber trotzdem Vorstellung davon, welche Technologie eingesetzt werden soll. Um welche Art Kunde es sich handelt, lässt sich leicht mit der Warum-Frage identifizieren.

Wir erleben, dass es immer mehr Kunden gibt und arbeiten mehrheitlich mit solchen Kunden, die selbst über eine hohe Kooperations-Kompetenz verfügen. Sie teilen unserer Agentur im Wesentlichen nur noch ihre Geschäftsziele mit. Dies erlaubt uns den vollen Einsatz unserer Kooperations-, Geschäfts- und Technologie-Kompetenz, sowie unserer DevOps-Infrastruktur zum Vorteil unserer Kunden. Dadurch entstehen sehr innovative Projekte mit einer kurzen Time-to-Market und langjährige Kundenbeziehungen, weil die Projekte sehr effizient und erfolgreich ablaufen.

Auf der anderen Seite gibt es nach wie vor Kunden, deren Geschäftsverbindung zu unserer Agentur nur auf Zeit für ein einziges Projekt ausgelegt ist und im Grunde erhält man den Zuschlag als günstigster Anbieter. Typischerweise handelt es sich bei solchen Projekten zum Beispiel um den Relaunch einer Website mit einem neuen CMS. Hierbei handelt es sich nicht um innovative Projekte für eine neue Wertschöpfungskette, sondern schlichtweg um einen grösseren Change Request.

In solchen wenig innovativen Projekten werden Agenturen vom Kunden beim Projektmanagement stark eingeschränkt. Meist spart der Kunde in solchen Projekten auch am Budget für Software-Tests, mit denen eigentlich eine hohe Qualität sichergestellt wird. Diese Art Projekte lohnen sich für eine Agentur nur, wenn sie die Abläufe kosteneffizient optimiert und bei der Qualität ein Auge zudrückt, um die Marge zu erhöhen oder zumindest beizubehalten. Allerdings führt dies schnell zu unzufriedenen Kunden.

Aufgrund unserer DevOps-Infrastruktur und eingespielten Teams sind wir zwar dazu in der Lage, auch kosteneffizient zu arbeiten, allerdings machen innovative Kundenprojekte viel mehr Spass, weil sie zu zufriedenen Langzeitkunden führen. Nichtsdestotrotz profitieren auch die immer weniger werdenden, kostenbewussten und punktuellen Projekte von unserem mittlerweile durch Erfahrung und Automatisierung hohen Projektstandard.

Oft genug merken dadurch auch Kunden, die wenig Innovation erwarten, dass es unserer Agentur mit der Warum-Frage nicht darum geht, möglichst die ganze Kontrolle über das Projekt zu haben, sondern Brücken zum Kunden zu bauen, damit er erkennt, er kann unserer Agentur rundum vertrauen, weil wir alles nötige Wissen mit ihm teilen. Auch wenn das Projekt vielleicht nicht innovativ ist, so ist es unsere Art, ein Projekt zu führen und umzusetzen, allemal.

Wissen schafft Vertrauen

Unser Projektmanagement und unsere DevOps-Infrastruktur sind darauf ausgelegt, Vertrauen durch Wissensaustausch entstehen zu lassen.

Mit dem Wechsel vom Pflichtenheft des Wasserfall-Modells zur agilen Programmierung in Sprints, hat sich der Zyklus verkürzt, innerhalb dessen neue Anforderungen definiert, umgesetzt werden und die daraus resultierende Software-Lösung getestet, verwendet und verbessert wird.

Weil die Schlagkraft der Veränderung gestiegen ist, bieten wir unseren Kunden auch auf Ebene des Projektmanagements automatisierte Transparenz über alle Aspekte des Projekts an und zwar nicht nur wie oben geschildert zu den Aufgaben in einem Sprint, sondern unter anderem auch zum Verbrauch des Projektbudgets, zum Beispiel in Burndown-Charts. Unser DevOps-System schickt auch Investoren automatisiert Kennzahlen zu einer Software zu, die wir für eines ihrer Startups entwickeln.

Erfolg vorprogrammieren

In unserer Agentur haben wir den Sweetspot erfolgreicher IT-Projekte erkannt und über die Jahre sukzessive angewendet: der Wissensaustausch mit dem Kunden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass in naher Zukunft alle IT-Projekte wie in einer Art virtuellem Startup durchgeführt werden, das aus einem Team beim Kunden und bei einem Team bei der Agentur geformt wird und das von Brückenbauern zusammen gehalten und zum Erfolg geführt wird.

Immer weniger Kunden werden der Agentur technische Vorgaben machen, sondern quasi wie Software-Investoren das Geschäftsziel, das Budget und den Projektzeitraum festlegen. Die Agentur entscheidet dann über die passende Technologie und setzt die Lösung um. Die IT-Agentur als ausgelagerte Werkbank eines Unternehmens hat ausgedient.

Mir fällt hierzu der Spruch “Makers gonna make” ein und er passt sehr gut zu unserer Agentur. Wir wollen keine Zeit mit der händischen Umsetzung immer gleicher Programmier-Abläufe oder mit der Beantwortung immer gleicher Kundenfragen aufwenden. Stattdessen automatisieren wir die Anforderungen, damit wir mehr Zeit für ein innovatives Projektmanagement und eine effiziente Projektumsetzung haben.

Durch die Automatisierung in unserer DevOps-Infrastruktur haben wir den Kopf frei, die Geschäftsziele unseres Kunden genau zu verstehen und zu erreichen. Aus DevOps wird sozusagen CoOps, also Cooperation Operations - also unsere durch Software automatisierte und unterstützte Kooperations-Kompetenz. Sowohl die Programmierung der Software-Lösung als auch die Kooperation mit dem Kunden können wir auf diese Weise inkrementell und agil feinjustieren und optimieren.

Es gibt für unsere Kunden zwei grosse Vorteile unseres Ansatzes: Die Software-Lösung wird nachhaltig entwickelt und erreicht schnell Marktreife. Ausserdem wissen unsere Kunden, dass sie aufgrund des konstanten Wissensaustausch ein Projekt jederzeit an eine andere Agentur übergeben könnten. Eine neue Agentur könnte nämlich spielend einfach anhand der Sprint-Informationen, Changelogs, Release Notes, etc. erkennen, was alles schon wie und wann umgesetzt wurde - und genau diese Freiheit bindet unsere Kunden freiwillig an unsere Agentur.

Dieser freiwillige Lockin ist unser Ansporn, denn wir wollen, dass unsere Kunden aufgrund unserer Fähigkeiten bei uns bleiben. Aus diesem Grund bleiben uns unsere Kunden über Jahre treu. Ein proaktiver Wissensaustausch im Projekt ist sozusagen eine vertrauensbildende Massnahme, die sich für uns als Agentur wirtschaftlich langfristig sehr positiv ausgewirkt hat und es nach wie vor tut.